Projekt Beendet

Das Ende unseres gemeinnützigen Fotoprojekts

Ein Rückblick und organisatorische Hinweise

Im Jahr 2024 habe ich ein privates Projekt ins Leben gerufen, das von einer klaren, idealistischen Idee getragen wurde: Nach 15 Jahren fundierter Erfahrung in der Fotografie wollte ich meinen Bildern parallel zu meinem technischen Hauptberuf einen tieferen gesellschaftlichen Sinn geben. Ich traf die Entscheidung, die gewerbliche Fotografie ruhen zu lassen und mich rein ehrenamtlich zu engagieren.

Das Konzept war transparent: Ich stellte meine professionellen Bildinhalte komplett kostenfrei, ohne Registrierungszwang und DSGVO-konform zum Download bereit. Im Gegenzug war es mein Wunsch, dass Nutzer als Anerkennung eine freiwillige Spende an etablierte, gemeinnützige Vereine leisten, deren offizielle Spendenkonten direkt verlinkt waren. Zu keinem Zeitpunkt flossen Gelder auf private Konten.

Die Bilanz dieses Versuchs ist leider ernüchternd: Bildinhalte wurden in erheblichem Umfang genutzt, ohne dass im Gegenzug nennenswerte Spenden generiert wurden. Dies spiegelt bedauerlicherweise eine allgemeine gesellschaftliche Tendenz wider, bei der das unentgeltliche Konsumieren weit über der Bereitschaft zur solidarischen Unterstützung steht. Leider deckt sich das auch mit den Erfahrungen anderer Mitstreiter mit anderen Schwerpunkten.


Erfahrungen mit Institutionen und der Gemeinnützigkeit

Weitaus schwieriger als das Verhalten anonymer Downloader gestaltete sich jedoch die Kooperation mit verschiedenen Institutionen. Das Projekt war nicht als einseitiger, kostenloser Fotodienst gedacht, sondern als Partnerschaft auf Augenhöhe für den guten Zweck. Die Vereine erhielten die vollen Nutzungsrechte für hochwertige, professionelle Aufnahmen und das zu 100 % kostenfrei.

Die administrative Realität zeigte jedoch deutliche Defizite in der Kommunikation und Professionalität, besonders im regionalen Raum um Schwerin. Als jüngstes Beispiel dient eine größere Institution, die auch nach Monaten und mehrfachen schriftlichen Nachfragen keine Rückmeldung zu einer weitreichend eingeräumten Lizenz für eine hohe Anzahl kostenfreier Bilder gegeben hat. Es fehlte hierbei an jeglicher geschäftlichen Höflichkeit oder einem konstruktiven Feedback. Das gravierende Problem dabei: Erst diese unterschriebene Vereinbarung hätte es uns ermöglicht, die erstellten Bilder selbst rechtssicher auf unserer Plattform für unsere Besucher zu nutzen. Da diese notwendige Gegenzeichnung bis heute ausbleibt, haben wir unzählige Arbeitsstunden und Bilddaten investiert, ohne die vereinbarte und für uns nutzbare Gegenleistung zu erhalten.

Diese Erfahrungen decken sich bedauerlicherweise auch mit den Erlebnissen mit einzelnen Drachenbootvereinen. Wir haben immer wieder hochwertige Aufnahmen erstellt und diese den Vereinen, oft auf direkten Wunsch einzelner Teilnehmer, unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Das Ergebnis war fast durchgehend das gleiche: weder eine kurze Rückmeldung noch ein einfaches Wort des Dankes. Für viele Akteure scheint es inzwischen eine absolute Selbstverständlichkeit zu sein, dass engagierte Bürger ihre Freizeit, Energie und teure Ausrüstung kostenlos einbringen.

Natürlich fotografieren wir aus Leidenschaft und mit Freude an der Sache. Aber auch wir haben Vollzeitberufe, familiäre Verpflichtungen und reale laufende Kosten. Faktoren, die bei der Nutzung dieser kostenlosen Leistungen anscheinend vollständig ausgeblendet werden. Während in der Öffentlichkeit und auf den hauseigenen Social-Media-Kanälen intensiv um gesellschaftliche Unterstützung geworben wird, fehlt es im direkten zwischenmenschlichen Umgang mit den Personen hinter den Kulissen oft an der elementarsten Wertschätzung für das ehrenamtliche und gemeinnützige Engagement.


Der wirtschaftliche und zeitliche Aufwand

In der öffentlichen Wahrnehmung wird der Aufwand hinter professionellem Bildmaterial systematisch unterschätzt. Wir arbeiten mit einer kostenintensiven Fotoausstattung inklusive Softwarelizenzen. Die Selektion und digitale Nachbearbeitung einer Serie nimmt nicht selten eine volle Arbeitswoche an privater Freizeit in Anspruch. Zeit, die neben dem Hauptberuf und der Familie erbracht werden muss. Zudem mussten auch vertragliche Absprachen und die rechtlich notwendige Urhebernennung immer wieder aktiv eingefordert werden.

Da es sich um ein rein privates Bürgerengagement handelte, bestand zu keinem Zeitpunkt ein Anspruch auf Aufwandsentschädigungen oder steuerliche Anrechnungen. Wir haben dieses Projekt zu 100 % aus eigenen Mitteln subventioniert. Nach insgesamt 13 Jahren am Standort Schwerin ist dieses Kapitel des gemeinnützigen Engagements für uns unter den aktuellen Gegebenheiten geschlossen. Wir konzentrieren uns fortan wieder vollständig auf unser berufliches Kerngeschäft und widmen uns mehreren umfassenden Weiterbildungen.

Aus meiner Sicht ist eine derart geringe Spenden- und Unterstützungsbereitschaft nicht nur ein Rückschlag für ehrenamtliche Helfer, sondern auch eine gesellschaftlich bedenkliche Entwicklung. Solidarität und Zusammenhalt stellen gerade in herausfordernden Zeiten das Fundament für gesellschaftliche Teilhabe und faire Chancen dar.


Zukünftige Ausrichtung und rechtlich bindende Hinweise

In den kommenden Monaten und Jahren wird diese Plattform im Rahmen einer Neuausrichtung inhaltlich vollständig neu belebt. Der zukünftige Schwerpunkt liegt überwiegend auf den Themen BIM (Building Information Management) sowie der technischen Visualisierung und Animation von Anlagen und Architekturkonzepten. Einen kostenfreien Downloadbereich wird es wieder geben, allerdings mit Einschränkungen der Nutzungsrechte ausschließlich auf den privaten Gebrauch. Für eine kommerzielle Nutzung, werden wir Anfragen individuell beantworten.


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